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Kameramann aus Köln

Drei Fragen an Paul Faltz

Paul Faltz, Kameramann in Köln, hat uns für unser Heft 3.2025 verraten, warum er gerne mit Analogfilm dreht und wie er sich beim Bauen von Analog-Synthesizern entspannt.

Paul Faltz beim Dreh
Foto: Monica Lek (Bild: Cuckoo Movie, LLC)

1. Was ist dein Arbeitsschwerpunkt?

Ich bin ein Kameramann aus Köln, der sich auf fiktionale Stoffe spezialisiert hat, hauptsächlich auf Spielfilme. Mein Kamerastudium an der Kunsthochschule für Medien in Köln hat mich stark geprägt. Der interdisziplinäre Ansatz und die vielfältigen Inspirationen an dieser Schule haben meine kreative Herangehensweise maßgeblich geformt. Auch heute macht es mir Spaß, Filme zu machen, die aus dem Rahmen fallen. So habe ich im vergangenen Oktober einen Spielfilm gedreht, in dem Teile komplett in der Virtual Reality spielen. Die technischen Aspekte dieser für mich neuen Arbeitsweise waren besonders interessant.

Mein Herz schlägt aber vor allem für das klassische Filmemachen. Wenn man etwas physikalisch vor oder in der Kamera erschaffen kann, ziehe ich das immer der nachträglichen Erstellung mit VFX vor. In letzter Zeit habe ich zwei Horrorfilme gedreht, bei denen alle Effekte eine real existierende Grundlage am Set hatten und nur bei Bedarf durch VFX verstärkt wurden. Ich bin überzeugt, dass es uns Menschen schwerer fällt, uns emotional mit Bildern zu verbinden, die überwiegend computergeneriert sind. Meine besondere Leidenschaft gilt der Arbeit mit analogem Filmmaterial. Ich schätze die disziplinierte und präzise Arbeitsweise, die das Drehen auf Film von allen Abteilungen erfordert. Zu meinem Glück habe ich Regisseur:innen gefunden, die diese Vorliebe teilen. So konnte ich den Großteil meiner letzten Filme analog drehen: den Spielfilm „Cuckoo“, der auf der Berlinale Premiere feierte und für den ich aktuell für den Preis der deutschen Filmkritik in der Kategorie „Beste Kamera“ nominiert bin, außerdem zwei Kurzfilme: „Immaculata“, der in Cannes Premiere hatte und mir den Preis für die beste Kamera einbrachte, und „Say Wuff“, der in Sitges als bester Kurzfilm ausgezeichnet wurde.

2. Bist du in einem Verband aktiv?

Noch nicht, aber der BVK-Antrag steht auf meiner To-do-Liste für 2025!

3. Wofür schlägt dein Herz außerhalb der Arbeit?

Während der Coronavirus-Pandemie habe ich angefangen, einen modularen Synthesizer zu bauen. Das ist wie Lego für die Klangerzeugung. Analoge, modulare Klangerzeuger und Filter können in endlosen Verbindungen kombiniert werden. Dadurch verwandelt er sich ständig in ein neues Instrument. Ich habe bereits als Teenager Mikrocontroller programmiert und Schaltungen gelötet.

Ein weiteres Projekt, das ich mit ehemaligen Kommilitonen an der Kunsthochschule gestartet habe, ist eine Band, in der wir keine klassischen Instrumente spielen, sondern performative Konzerte geben, bei denen wir mit modifizierten Baumaschinen, Elektrowerkzeugen und Autoteilen tanzbare Musik machen. Wir spielen live eine MIDI-gesteuerte Baustelle.

… und ich koche gerne! [15519]


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